Heil- und Hilfsmittel

Heil- und Hilfsmittel (GKV)

In Bayern gilt eine Heil- und Hilfsmittelverordnung, die die Verordnungsfähigkeit von Heilmitteln (physikalische Therapie etc.) und Hilfsmitteln (Rollstuhl, Badewannenlift etc.) regelt.

Alle verordnungsfähigen Heil- und Hilfsmittel sind in einem entsprechenden Katalog mit Indikation und Einschränkungen festgelegt. An diese Kataloge müssen sich die Ärzte, ob Haus- oder Fachärzte gleichermassen halten. Leider versprechen die Krankenkassen oft „alles was der Arzt aufschreibt wird bezahlt“. Das ist solange richtig wie sich der Arzt an diese Kataloge hält. Erachtet er über den geregelten Bedarf hinaus beispielsweise physikalische Anwendungen wie Ergotherapie oder Krankengymnastik für notwendig, kann er das nur auf sein eigenes Risiko hin verordnen. Erst Jahre später wird die Kasse behaupten, es handele sich um eine unwirtschaftliche und damit unrechtmäßige Verordnung. Die Therapien müssen dann von dem Arzt bezahlt werden.

In meiner Praxis regeln wir die Verordnungen in einer zweifelsfrei wirtschaftlichen Art und Weise. Ist darüber hinaus der Patient der Meinung, weitere Therapien seien erforderlich, kann der Patient sich die Verordnungsfähigkeit von der Kasse bescheinigen lassen. Da die das nur mündlich macht, stellen wir entsprechende Schreiben den Patienten zur Verfügung.

Auch Dauerbehandlungen sind bei physikalischen Therapien gelegentlich notwendig. Leider ist der Dauerfall nicht mehr definiert. Sollte in Einzelfällen eine Dauerbehandlung nötig sein, muss diese durch einen Facharzt für nötig befunden werden und dies auch auf seinem Arztbrief schriftlich als Fall außerhalb der Regelverordnung fixieren. Diese Vorstellung beim Facharzt muss in regelmäßigen Abständen (6 Monate) wiederholt werden.

Leider weigern sich die meisten Krankenkassen ein Genehmigungsverfahren beim medizinischen Dienst durchzuführen. Der schwarze Peter liegt also wieder bei den Vertragsärzten und dadurch auch beim Patienten, der sich zusätzlich auf den Weg zum Facharzt machen muss. Da die betroffenen Patienten jedoch in der Regel gelähmt und oft schwer behindert sind, müssen diese den wesentlichen Teil der „Suppe“ auslöffeln.