Medikamente

Medikamentenversorgung (GKV)

Nicht erstattungsfähige Medikamente: eindeutige gesetzliche Vorgaben

Grundsätzlich sind alle Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind, von der Erstattung durch die Krankenkassen ausgeschlossen.

Darüber hinaus dürfen keine verschreibungspflichtigen Medikamente zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden, wenn apothekenpflichtige Medikamente mit gleichem Wirkstoffgehalt verfügbar sind: (Schmerzsalben, Schleimlöser etc.)

Dies sind gesetzliche Vorgaben die unabhängig von Wirksamkeit und Verträglichkeit gelten. Nur einige wenige Medikamente stehen auf einer Ausnahmeliste. Diese dürfen dann in begründeten Einzelfällen verordnet werden.

Die Therapieempfehlungen richten sich in unserer Praxis nicht primär an der Verordnungsfähigkeit. Die ärztliche Empfehlung versucht die optimale Therapie für den einzelnen Patienten darzustellen, dabei wird immer auch das Preis-Leistungs-Verhältnis des einzelnen Präparats berücksichtigt. Bei fehlender Verordnungsfähigkeit erhalten Sie ein „Privatrezept“ mit IHREM Medikament.

Sie dürfen von unserer Praxis mehr erwarten, als das Gesundheitssystem verspricht !!!!

Das Problem teurer Medikamente mit vergleichbar guten Alternativprodukten mit ebenfalls nachgewiesener Wirksamkeit stellt sich seit Anfang 2005 mit den sog. Blutfettsenkern.

Die Firma Pfizer hat unter dem Handelsnahmen Sortis ein solches Medikament auf dem Markt, das jährlich bis zu ca. 200€ teurer ist als der seit 1.1.2005 gültige Festbetrag. Der Patient muss daher seitdem diesen Betrag zuzahlen, wenn er auf diesen Medikament besteht.

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass der Aufpreis nicht gerechtfertigt ist. Der Vorteil dieses Medikamentes liegt im Wesentlichen an der langen Wirkdauer, die eine tageszeitunabhängige Einnahme ermöglicht. Ich werde Ihnen im Normalfall ein gleichgutes Alternativmedikament verschreiben.

Ähnliches gilt für einige weitere Präparate, die sie an der erhöhten Zuzahlung erkennen.Fragen Sie nach Alternativen, die Zuzahlungensind nur inseltenen Fällen Ihr Geld wert.

Die Aut-Idem-Regelung – Oder wie Sie täglich von den Krankenkassen fehl informiert (oder belogen? )werden

Wie Sie sicher bemerkt haben, bekommen Sie inzwischen nur noch selten das Medikament, dass Ihnen Ihr Arzt auf dem Rezept verordnet hat. Ursache ist eine Einsparmassnahme, die im Grunde richtig und sinnvoll ist: Der Apotheker muss eines der 3 preisgünstigsten Medikamente oder, wenn es einen Rabattvertrag gibt ein spezielles Präparat mit dem gleichen Wirkstoff  abgeben. Hiermit sparen die Krankenkassen schätzungsweise mehr als eine Milliarde Euros jährlich ein. Leider Geld, das nicht Ihnen zu Gute kommt sondern im Verwaltungssumpf der Krankenkassen verschwindet.

Die Art der Einsparung ist sicher Sinnvoll, da auch Sie sicher nicht bei einer Tankstelle tanken würden, bei der das Benzin doppelt so teuer ist.

Leider führt das bei alten und sehbehinderten Patienten zu Verwirrungen und bei einigen Patienten zu Unverträglichkeiten wegen diverser Hilfsstoffe oder aus anderen ungeklärten Gründen.

Um den Austausch des Medikamentes zu verhindern, wurde dem Arzt die Möglichkeit eingeräumt durch ein Kreuz den Austausch des Medikaments zu verhindern.

Leider ist der Arzt der dieses Kreuz macht, mit dem Regress der Krankenkassen bedroht. Er muss nämlich wirtschaftlich und billig verordnen. Tut er das nicht, kann die Krankenkasse den Differenzbetrag vom Arzt verlangen. Der Arzt muss dann also Ihr Medikament zum Teil bezahlen. Das will er natürlich ebenso wenig wie Sie als Patient.

Deshalb habe ich in meiner Praxis ein Formular entworfen, dass den Krankenkassenmitarbeitern ermöglicht hätte, auf diesen Regress in diesem Einzelfall zu verzichten. Das haben die meisten Krankenkassen nicht getan und dem Patienten statt dessen gesagt, „die Krankenkasse zahlt das alles, was der Arzt es aufschreibt und der Arzt könne getrost das Kreuz machen!“ Aus den Briefen diverser Krankenkassen konnte ich sehen, dass dieser Regress eindeutig geplant ist und auch angestrebt wird. Die Krankenkassenmitarbeiter haben Sie also, wenn Sie es ebenfalls so erlebt haben, angelogen!

Um Ihre Versorgung mit den richtigen Arzneimitteln sicherzustellen,  ermöglichen wir den Patienten, die bestimmte Nebenwirkungen auf Ersatzpräparate bekommen, im Rahmen einer eidesstattlichen Versicherung ihre Nebenwirkungen zu dokumentieren. Dieses, als Zeugenaussage bei Gericht verwertbares Schriftstück, kann ich als Ihr Hausarzt dann bei meiner Regressverhandlung verwenden. Es wird bis dahin in meiner Praxis archiviert und hoffentlich nie gebraucht.