Datenschutz bei der DAK

Achtung DAK-Patienten

Thomas Ballast will Medizinische Versorgungszentren

Thomas Ballast, Chef des VdEK (Verband der Ersatzkassen) dessen Mitglied die DAK ist, will die Versorgung auf dem Land zukünftig nicht mehr mit Hausärzten sicherstellen sondern anonyme Medizinische Versorgungszentren mit angestellten Ärzten einrichten. Damit wird der Patient zum Spielball der Interessen der Anteilseigner dieser Zentren. Ob der Patient dann objektiv behandelt wird, ist dann wohl unwahrscheinlich.

Den gesamten Artikel lesen Sie hier.

Patienten werden amerikanischen Kapitalgesellschaften ausgeliefert!

Die Bundesregierung hat es den Krankenkassen ermöglicht, mit Kapitalgesellschaften Verträge zur Organisation der ambulanten und stationären Patientenversorgung abzuschließen.

So hat bereits etwa 2005 die AOK Bayern mit der Ventario GmbH einen Vertrag zur Behandlung von herzkranken Patienten abgeschlossen. Die Leistung dieser Gesellschaft bestand im Wesentlichen darin, den eingeschriebenen Patienten eine Personenwaage zur Verfügung zu stellen, und deren Gewicht zu kontrollieren. Im Falle einer Gewichtszunahme sollte das Call-Center der Gesellschaft den Hausarzt über die Gewichtszunahme seines Patienten informieren. Für diese Leistung sollte nach unserer Information, die Gesellschaft von der AOK pro Jahr für jeden eingeschriebenen Patienten € 600,00 und der Hausarzt € 60,00 erhalten.

Die Hausärzte Bayerns weigerten sich damals, an dieser Milliardenverschwendung zu Lasten der Versichertengelder und zu Gunsten dieser Managementgesellschaft mitzuwirken.

Nun hatte die DAK Ende 2007 mit der amerikanischen Aktiengesellschaft Healthways einen Vertrag zur Betreuung chronisch Kranker in Bayern und Baden-Württemberg abgeschlossen. Diese Betreuung soll ebenfalls durch mit Krankenschwestern besetze Call-Center geschehen.

Die DAK und Healthways ist der Meinung, „Hausärzte könnten eine Beratung und Betreuung zur Lebensführung von chronisch Kranken nicht alleine gewähren“ gleichzeitig werden Diabetesschulungen zumindest bis 2011 nur 1x im Leben beim Hausarzt bezahlt.

Intimste Patientendaten werden aus den Händen der Krankenkasse in die Computer der amerikanischen Aktiengesellschaft übertragen und gespeichert. Patientendaten sind für die Industrie sehr wertvoll! Wenn dieser Testlauf dann beendet wird, meinen Sie, dass die Daten vernichtet werden oder eher von der Industrie benutzt und verkauft  werden?

Erst nach massivem Protest von allen Seiten, hat die DAK nachgebessert und die datenschutzrechtlichen Bedenken im Jahre 2009 gegenüber den Aufsichtsbehörden ausräumen können. Noch heute ist die AOK der Ansicht, dass die Vorgehensweise zumindest für die DMP-Patienten rechtlich zulässig war. Dies belegt das Schreiben der DAK, das mich 2011 aufforderte, diesen Artikel der aktuellen Enwicklung anzupassen: Die Zusammenarbeit der DAK mit Healthway International (geplant waren 3 Jahre) ist inzwischen beendet.

Eine interessante Zusammenfassung eines Online-Dienstes finden Sie hier

Warum sind diese Patientendaten für die Industrie interessant? Zunächst einmal führt die Datensammlung zu Patientenprofilen die Medikamente, Diagnosen Patientendaten und Patientenadressen  sowie eine diverse Anzahl weiterer Parameter enthalten. Will nun eine Pharmafirma ein neues Produkt auf den Markt bringen, kann sie mit Hilfe dieser Profile die Patienten direkt bewerben. Will die Krankenkasse von einem modernen Medikament auf ein billiges umsteigen, kann Sie ebenso schnell auf den ahnungslosen Patienten einwirken. Ist ein privates Klinikunternehmen darauf aus, lukrative Zusatzuntersuchungen oder Behandlungen durchzuführen, werden Behandlungen ohne sinnvolle Indikation durchgeführt, die dem Patienten möglicherweise gefährden. Weitere Beispiele kann sich jeder selbst ausdenken.

Wenn man weiß, dass die beteiligten Unternehmen gewinnorientiert und gelegentlich auch rücksichtslos aktiv werden (z.B. FA Grünenthal mit dem Medikament Contergan) ist klar, dass die Zeche der Patient zahlt.

Was wir hier erleben ist der Einstieg in ein amerikanisches Gesundheitssystem, das als das unsozialste der westlichen Welt gilt. Wer den Film SICKO von Michael Moore gesehen hat, kann sich vorstellen was auf uns zukommt!

In einem ersten Schritt hin zu diesem Systemwechsel soll der Hausarzt, der Hüter von Patientendaten und die Vertrauensperson der Patienten, zielgerichtet wegrationalisiert werden.

An seine Stelle sollen Case Manager, Care Manager und Chronical Care Manager treten.

Es ist Veruntreuung von Versichertengelder, wenn gewinnorientierte Kapitalgesellschaften unserem Gesundheitssystem durch Verträge mit den Krankenkassen horrende Summen entziehen können.

Diese Finanzmittel vertrauen Bürger und Versicherte den Kassen an, um im Krankheitsfall die erforderliche Hilfe zu bekommen. Diese besteht aber nicht darin, dass Call-Centern anrufen und Patienten kontrolliert werden.

Wenn Sie als Patient der DAK (oder einer anderen Krankenkasse) aufgefordert werden, einem solchen System beizutreten kann ich als Arzt Ihnen nur abraten. Fragen Sie vorher Ihren Hausarzt. Sollten Sie einen Musterbrief zur Ablehnung eines Call-center Angebots benötigen, können Sie ihn bei den Links zum Gesundheitssystem herunterladen und natürlich nach eigenen Wünschen verändern und verbreiten.

Die Pressemappe der DAK zur Einführung dieser Aktion können Sie dort ebnso wie auf der Homepage der DAK herunterladen.

BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Gesundheit und Soziales“

geht an die

Deutsche Angestellten-Krankenkasse, DAK, vertreten durch ihren Vorstandsvorsitzenden Herrn Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher

für die unzulässige Weitergabe von Patientendaten 200.000 chronisch kranker Versicherter an eine Privatfirma, ohne die Versicherten über die Weitergabe zu informieren oder ihre Zustimmung einzuholen.

Desinformationspolitik der DAK

In Briefsendungen werden die DAK-Patienten gezielt mit bekannt falschen Informationen versorgt. Es liegen Briefe vor, die eindeutig das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt vergiften sollen. Für die DAK muss eine verbesserte hausärztliche Versorgung vor allem billiger sein. Jegliche Honorarzuwächse müssten durch die Behandlung am Patienten eingespart werden. Dies ist ein zutiefst unmoralischer Ansatz, dem wir Ärzte uns nicht anschließen können und wollen. Wenden Sie sich bei Fragen an denjenigen, dem Sie vertrauen. Und denken Sie daran, die Qualität der Krankenkassen lässt sich an deren Einstellung zu Datenschutz und zur Geldverwendung (Call-Center) ablesen. Die DAK verspielt damit den Vorteil, den sie vor vielen Jahren hatte.