Impfungen

Impfungen

Impfungen sind wichtig, da sie den Körper sensibilisieren und „fit“ machen für den Kampf gegen den „Wild“-Erreger. Entgegen der landläufigen Meinung ist das Ziel der Impfungen nicht, die Erkrankung zu verhindern, sondern schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. In seltenen Fällen kann es trotz Impfung zum Ausbrechen der Erkrankung kommen, der Verlauf ist dann jedoch meist abgeschwächt und gefährliche Komplikationen treten nicht auf.

Darüber hinaus können durch eine ausreichende Impfrate das Auftreten von Erkrankungen soweit verhindert werden, dass einige Erkrankungen sogar aussterben. Dies ist bei den Pocken bereits geschehen. Je mehr Menschen geimpft sind, umso seltener treten Komplikationen in der gesamten Bevölkerung auf.

Wenn Sie geimpft sind vermeiden Sie auch Erkrankungen und Komplikationen anderer.

aktuell Juli 2017:
„Italien hat nach einem Masern-Ausbruch hochumstrittene Pflichtimpfungen für alle Kinder und Jugendlichen unter 17 Jahren beschlossen. Das Parlament in Rom stimmte am 28. Juli mit 296 zu 92 Stimmen dafür.

Eltern müssen ihre Kinder nun gegen zehn Krankheiten impfen lassen, neben Masern auch gegen Mumps, Röteln, Keuchhusten und Windpocken. Weigern sich Eltern, dürfen sie ihre Kinder nicht mehr in den Kindergarten bringen und können mit einem Bußgeld von 500 bis 1000 Euro belegt werden. Kinder mit speziellen Vorerkrankungen sind davon nicht betroffen.

Die Masern-Epidemie hat seit Jahresbeginn in Italien bereits zu drei Toten geführt. 3.672 Menschen steckten sich offiziellen Daten zufolge bis Mitte Juli an. Lediglich 87 Prozent der Italiener sind gegen Masern geimpft. Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin hatte mit dem Argument für die Pflichtimpfungen geworben, dass eine Impfrate von mindestens 95 Prozent notwendig sei, um die Verbreitung ansteckender Krankheiten wie Masern effektiv aufhalten zu können.

Impfgegner hatten vor dem Beschluss in ganz Italien zu Tausenden gegen die Pflichtimpfung demonstriert. Sie befürchten Nebenwirkungen der Impfung. Italiens mittlerweile größte Oppositionspartei, die populistische Fünf-Sterne-Bewegung, machte sich die Kritik teilweise zu eigen.“ (Quelle dpa)

Meningokokkenimpfung:

In unserem Landkreis fanden sich in der letzten Zeit vermehrt Erkrankungen an Meningokokken der Serogruppe C, gegen die geimpft werden kann. Informationen des Weißenburger Gesundheitsamtes finden Sie hier (160 KB).

Ende Juli 2006 hat die STIKO eine entsprechende Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche von 2. bis 18. Geburtstag herausgegeben. Seit November erstatten die Krankenkassen die Impfung wie alle anderen Impfungen auch. Sie kann bis zum 18. Geburtstag durchgeführt werden

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs:

Eigentlich handelt es sich um eine Impfung gegen einige Gruppen von Vieren, die für das auftreten eines Teils der Gebärmutterhalskrebsfälle verantwortlich sind. Diese Vieren sind so häufig, daß fast alle Frauen, die sexuell aktiv sind, eine Besiedelung mit diesen Viren vorweisen. Nur virusfreie Frauen schützt die Impfung vor der Besiedelung und damit für einen gewissen Zeitraum vor dem Auftreten dieser virusbedingten Krebsart, die aber nur etwa die Hälfte aller Gebärmutterhalskrebsfälle ausmacht. Volkswirtschaftlich gesehen, ist diese Impfung in Deutschland bei der Möglichkeit der Krebsvorsorge beim Gynäkologen sicherlich eine Fehlinvestition, viel sinnvoller wäre die Ausweitung und Intensivierung der Krebsvorsorge!

Seit kurzer Zeit haben sich die Krankenkassen bereiterklärt die HPV-Impfung wie jede andere Impfung zu behandeln. Sie ist für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen empfohlen zwischen dem 13. und 18. Lebensjahr. Es handelt sich um 3 Impfdosen innerhalb von 6 Monate. Achtung, die letzte Impfung muss vor dem 18. Geburtstag durchgeführt werden (Bürokratie lässt grüßen)!

Derzeit wird immer wieder über die Dauer der Wirksamkeit diskutiert. Wichtig ist vor Allem: Die Impfung ersetzt in keinem Fall die erforderlichen Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt und wirkt nur bei einem verhältnismäßig kleinen Anteil der Krebsfälle.

Vorbehalte gegenüber Impfungen?

Immer wieder werden wir mit Ängsten von Patienten, vor allem aber Ängsten von Müttern kleiner Kinder vor Impfschäden konfrontiert.

Selbstverständlich macht man sich Gedanken über Vor- und Nachteile von Impfungen. Das ist nicht nur natürlich sondern auch wichtig und verantwortungsvoll.

In der Regel informiert man sich im Freundes- und Bekanntenkreis, im Kindergarten und bei anderen Müttern. Die Vorteile werden dabei in der Regel nicht angesprochen, was verständlich ist, wer kann schon das Nichtauftreten einer Erkrankung weitergeben. Über Nachteile jedoch wird sehr intensiv gesprochen. Hierbei werden viele Geschichten und Ereignisse in einen Topf geworfen ohne dass ein Laie diese der Wertigkeit nach einordnen kann. Daher werden im folgenden einige Gedanken zur Entscheidungsfindung dargelegt:

Woher kommen die Informationen?
Nur ein Beispiel: Manche Heilpraktiker lehnen leider kategorisch viele Impfungen ab. Interessant ist die Frage, wie diese Heilpraktiker mit dem Auftreten der Erkrankung bei Ihrem Kind umzugehen gedenken. Haben sie eine Möglichkeit diese erfolgreich zu behandeln oder werden Sie als Eltern dann alleine gelassen (Natürlich nie verlassen von Ihrem Hausarzt. Wir sind für Sie da, welche Entscheidung sie auch immer treffen)?

  • Haben Sie die Möglichkeit die Informationen zu überprüfen?
  • Viele der aufgetretenen Komplikationen und Informationen können nur bei umfassender Würdigung der Umstände richtig gewürdigt werden.
  • Wer zahlt die Impfung?
  • Sicher kann man sich vorstellen, dass ein wesentlicher Impfschaden zu immensen Kosten führt. Trotzdem zahlen die Krankenkassen sowohl die Impfstoffe (Kosten je Dosis zwischen 15 und 70 Euro je bekämpfter Erkrankung) als auch die ärztliche Leistung ohne Murren und trotz knapper Kassen (für die Patientenversorgung)

Und nicht vergessen! Für jegliche Fragen steht Ihnen Ihr Hausarzt zur Verfügung

Robert-Koch-Institut: Das Forschungsinstitut über Infektionskrankheiten – hier können Sie sich über alle übertragbaren Erkrankungen genauestens informieren und auch spezielle Fragen beantworten lassen.

STIKO: Allgemeine Impfvorschriften der STändigen ImpfKOmmission (STIKO)