Zuzahlungen in der GKV

Zuzahlungen (GKV)

Zuzahlungen, ein begrenztes Übel

Die Praxisgebühr ist nicht die einzige Zuzahlung für Patienten. Auch wem der Arzt Medikamente verschreibt, muss in die Tasche greifen. Außerdem fallen im Krankenhaus Zuzahlungen an: Das kann sich summieren und insgesamt zu einer echten Belastung für Patienten werden.

Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, gibt es Obergrenzen für die Zuzahlung: Die jährliche Eigenbeteiligung der Versicherten darf zwei Prozent des Bruttoeinkommens nicht überschreiten. Für chronisch Kranke liegt die Obergrenze bei einem Prozent. Außerdem mindern Freibeträge für Kinder und nicht berufstätige Ehepartner das zugrunde gelegte Einkommen – das soll die Familien entlasten. In Zukunft heißt es also: Belege sammeln – vom Arzt, vom Apotheker, aus dem Krankenhaus, vom Zahnarzt … – damit können die Patienten später eine Rückerstattung beantragen. Doch Achtung: Belege von nicht erstattungsfähigen Medikamenten gelten nicht!

Neben den Obergrenzen für die Zuzahlung können Patienten außerdem über Bonusregeln der Krankenkassen Geld sparen – vorausgesetzt, ihre Kasse bietet solche an.

Ermäßigungen bei den Praxisgebühren und bei anderen Zuzahlungen können die Kassen zum Beispiel für solche Versicherte gewähren, die regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen oder auf andere Weise gesundheitsbewusst leben. Es lohnt sich, seine Krankenkasse darauf anzusprechen, welche Bonusprogramme sie für ihre Versicherten anbietet.

Ich persönlich halte diese Art von Programmen jedoch für reine Geldverschwendung durch die Kassen. Viele Millionen Euro werden durch diesen zusätzlichen Verwaltungsaufwand und die Werbemaßnahmen unnötig verschleudert. Die Vergünstigungen erhalten dann nur findige Patienten, die sich sowieso schon verhältnismäßig gesund verhalten. Das dann verschleuderte Geld steht den Kranken, nicht mehr zur Verfügung, obwohl es dort schon lange knapp ist. Beispiele für diesen Verschwendungswahn gibt es massenhaft!

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